ILMAC vom 24. bis 27. Mai 2005

Das wissenschaftliche Programm der ILMAC mit neuem Konzept – ein erster Überblick Die neue ILMAC ist die Industriemesse für Forschung und Entwicklung, Umwelt- und Verfahrenstechnik in Pharma, Chemie und Biotechnologie. Sie findet vom 24. bis 27. Mai 2005 in der Messe Basel statt. Die ILMAC bildet alle industriellen Anwendungen der Verfahrenstechnik ab – von der Forschung und Entwicklung über Pilotierung und Engineering bis zur Produktion und Entsorgung. Bereits über 350 Aussteller haben sich für die Industriemesse angemeldet. Die ständig aktualisierte Ausstellerliste kann unter www.ilmac.ch/ausstellerverzeichnis abgerufen werden. Die Schweizerische Chemische Gesellschaft (SCG) als Begründerin und ideelle Trägerin der ILMAC hat für die wissenschaftliche Begleitveranstaltung ein neues Konzept gewählt. Jeweils vormittags findet eine wissenschaftliche Vortragsreihe statt, der Nachmittag ist für den Besuch der Messestände vorgesehen. Erstmals steht jeder Tag unter einem aktuellen, divisionsübergreifenden Schwerpunktthema. Die Organisatoren der Vorträge unter Leitung von Dr. Heiner Kern, Mitglied des SCG-Vorstandes, haben bewusst davon abgesehen, mehrere Vorträge parallel zu legen. Das wissenschaftliche Programm der ILMAC soll kurz und konzentriert präsentiert werden. Im Eintritt zur Messe sind die Vorträge inbegriffen. Sowohl Aussteller als auch die Divisionen der SCG erhalten Freikarten zur kostenlosen Verteilung an Kunden, Interessenten und Mitglieder. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. Programmvorschau Am Dienstag, 24. Mai 2005, organisiert Hans Joachim Güntherodt (Institut für Physik, Universität Basel), Vorträge zum Thema „New Tools in Nanosciences for Biodiagnostics and Bioapplication“. Der Übergang von der Mikrometer- auf die Nanometerskala ist ein weiterer Schritt Richtung Miniaturisierung funktioneller Bauelemente für technische Anwendungen. Dies wird in Zukunft neue Anwendungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen erlauben, wie z. B. in der Chemie und Biologie, in den Material- und Ingenieurswissenschaften sowie in der Medizin und Pharmazie. Martin Hegner (Institut für Physik, Universität Basel; Träger des Wissenschaftspreises der Stadt Basel), hält den Hauptvortrag mit dem Thema „Multifunctional Cantilever Arrays for Chemical and Biological Sensing“. Weitere interessante Beiträge zu dem hochaktuellen und zum Teil kontrovers diskutierten Thema der Nanowissenschaften runden das Tagesprogramm ab: Emmanuel Delamarche, (IBM Zürich, Research Laboratory) “Soft Lithography for Bioanalytical applications” und Chyi-Cheng Chen, (DMS LTD, Basel) “Vitamin E Nanoparticle for Beverage Application”. Am Mittwoch, 25. Mai 2005, stellt Hans Peter Märki (F. Hoffmann- La Roche LTD. Basel; Präsident der Division Medizinische Chemie der SCG) Vorträge zum Thema “The Fate of Drugs in the Body – Mechanism and Predictions for Uptake, Distribution and Eilimation of Pharmaceuticals“ zusammen. Die Mechanismen, die die Verteilung und den Transport von Pharmazeutika im menschlichen Körper steuern, sind vielfältig und komplex. So ist beispielsweise das Gehirn vom peripheren Kreislaufsystem durch die so genannte Blut-Hirn-Schranke getrennt. Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass potentiell gefährliche Substanzen in das Gehirn eindringen können. Andererseits kann sie aber auch verhindern, dass mögliche Heilmittel zu ihrem vorgesehenen Wirkungsort im Gehirn gelangen. Die Vortragsreihe befasst sich einerseits mit der Frage, wie die Blut-Hirn-Schranke ihre Funktion ausübt und andererseits, wie Forscher neue Drogen finden können, die ihren Zielort im Körper, im Speziellen im Gehirn, auch erreichen. Jean- Michel Scherrmann (Hôpital Fernand Widal, Paris) befasst sich mit dieser Thematik in seinem Hauptvortrag: “Expression and Functional Role of Multidrug Resistance Transporters at the Blood Brain Barrier“. Weitere Vorträge an diesem Tag halten Jörg Huwyler (F. Hoffmann- La Roche LTD. Basel) zu „Relevance of P-glycoprotein for the Development of CNS Compounds“, Alex Avdeef (pION Inc., Boston) zu „Physico-Chemical Profiling of Drug Candidates” und Bernhard Faller (Novartis Pharma AG, Basel) zu “Combination of In-Silico and Experimental Approaches in Lead Discovery Profiling”. In einem Abendvortrag spricht Jean-Paul Clozel, CEO der Actelion Pharmaceuticals Ltd., zum Thema „Actelion: A New Global Player in the Biotech Industry?“. Den Donnerstag, 26. Mai 2005, hat Beat Wipf (F. Hoffmann- La Roche LTD. Basel) der faszinierenden Welt der Proteine gewidmet: „From Proteomics to Systems Biology“. Die Vorträge gewähren Einblick in die gewaltigen Fortschritte der Proteinanalytik, die es erlauben, die gesamten Proteine einer Zelle zu erfassen, oder die native Struktur eines Proteins in wässriger Lösung zu verfolgen. Erste Anwendungen dieser aufwändigen Messverfahren bei der Suche nach neuen Arzneimitteln werden diskutiert. Als Referenten konnten bereits gewonnen werden: Bruno Domon (ETH Zürich) zu „Systems Biology and New MS Techniques in Quantitative Proteomics“, Jan van Oostrum (Novartis Pharma AG Basel) zu “Proteomics for Drug Discovery”, Hanno Langen (F. Hoffmann-La Roche LTD. Basel) zu „Biomarkers Discovery and Clinical Validation“ sowie Matthias Böse (Bruker Optics GmbH, Ettlingen) zu “Biopharmaceutical Formulations Studied by FT-IR”. Am Freitag, 27. Mai 2005, führt Georg Frater (Givaudan Schweiz AG, Dübendorf; Präsident der SCG) durch die Vortragsreihe „Trends in Bioanalysis: Nuclear Magnetic Resonancespectroscopy and Mass Spectroscopy“. In der Bioanalytik spricht man heute von „-omics“ als Überbegriff für Genomics, Proteomics, Metabolomics, Glycomics usw. „Proteom“ ist abgeleitet von dem englischen Begriff „proteins expressed by genome“. Genauso wie der Begriff „Genom“ die Gesamtheit aller Erbfaktoren umfasst, versteht man unter „Proteom“ das komplette Proteinexpressionsmuster einer Zelle, einer Körperflüssigkeit oder eines ganzen Organismus. Hier wird es kompliziert, denn wir verlassen die eindimensionale Linearität des DNA-Stranges und kommen in die komplexe räumliche Welt dreidimensional gefalteter Biomoleküle, welche auch noch auf vielfache Weise miteinander kombiniert werden können. Für die Analytik auf diesem Gebiet hat sich sowohl die Kernmagnetische Resonanzspektroskopie(NMR) als auch die verschiedenen Arten der Massenspektroskopie (EI; CI; QP; IT; TOF) mit oder ohne chromatographische und oder elektrophoretische Vortrennungen als nützliche Technik erwiesen. Die Vorträge diskutieren die enormen Fortschritte auf diesem hoch interessanten Gebiet der „-omics“: Hans Senn (F. Hoffmann-La Roche LTD. Basel) zu “Metabolomics: Metabolic Profiles and Biomarkers in Pharma Research”, Till Kühn (Bruker Biospin AG, Fällanden) zu „NMR – Modern Routine Analysis in Industry“, Markus Rudin (Novartis AG, Institute for Biomedical Research, Basel) zu “NMR Imaging in Drug Discovery – From Anatomical Structures to Molecular Interactions” sowie Adelbert Roscher (Universität München) zu „High-Content Screening of the Metabolome by Quantitative MS-MS“. Zum Abschluss der wissenschaftlichen Vorträge der ILMAC 2005 spricht der Nobelpreisträger für Chemie (2002) Kurt Wüthrich zum Thema “The NMR View of Proteins – From Structural Biology to Structural Genomics”.

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