Verleihung des Sandmeyer-Preises 2005

Am 10. März 2005 verlieh die Schweizerische Chemische Gesellschaft (SCG) im Rahmen ihrer Frühjahrsversammlung an der Universität Bern den Sandmeyer-Preis 2005 an ein junges Team der Firma DSM Nutritional Products AG. Myriam Kuppinger, Iris Obermueller und Bruno Peterhans erhielten die mit 20'000 Franken dotierte Auszeichnung für ihre exzellente Leistung bei der Erarbeitung eines Sicherheitskonzeptes für einen schwierigen chemischen Prozess. Der renommierte Sandmeyer-Preis wird für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der industriellen oder angewandten Chemie an Teams oder an Einzelne verliehen. Die Schweizerische Chemische Gesellschaft würdigte dieses Jahr die Arbeit eines Projektteams, das ein überzeugendes Sicherheitskonzept für eine völlig neu konzipierte Synthesestufe eines heiklen Oxidationsprozesses erarbeitet hatte. Ausgangslage Im Werk Sisseln der DSM Nutritional Products AG ging im Mai 2004 die weltweit grösste Produktionsanlage für Vitamin E in Betrieb. Für rund 180 Mio. CHF wurde diese Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 25'000 t Vitamin E realisiert. Eine der Synthesestufen beinhaltet eine Oxidation mit reinem Sauerstoff in einem Lösungsmittel. Das Projektteam musste für diesen heiklen Oxidationsprozess ein Sicherheitskonzept entwerfen und umsetzen, das einen sicheren Betrieb der Anlage garantiert. Herausragende Leistungen der Kandidaten Für Oxidationsreaktoren mit reinem Sauerstoff im Industriemassstab existieren keine normierten Sicherheitskonzepte. Das Projektteam musste daher das Sicherheitskonzept von Grund auf neu erstellen. Die Verwendung von reinem Sauerstoff erhöht den Explosionsdruck wie auch die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Flammen – ein Umstand, der die Aufgabe zusätzlich erschwerte. Weiter galt es, die Kosten möglichst tief zu halten und im Explosionsfall einen Totalverlust der Anlage zu verhindern. Die elegante Problemlösung des Projektteams erlaubte überhaupt erst die Erstellung einer Produktionsanlage dieser Dimension. Die alternative Installation dreier separater Oxidationsanlagen hätte zu wesentlich höheren Kosten geführt. Die vorgeschlagenen Lösungen wurden mit in- und ausländischen Experten theoretisch verifiziert und vor der Umsetzung auf einem Testgelände erfolgreich geprüft. Die Schweizerische Chemische Gesellschaft würdigte die überzeugende Arbeit des Projektteams mit dem Sandmeyer-Preis 2005. Die Auszeichnung geht an: Frau Myriam Kuppinger, Chemieingenieurin Frau Iris Obermüller, Chemikerin Herr Bruno Peterhans, Projektleiter

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